Geschichte des Mutterhauses Lachen

 Nach dem 1. Weltkrieg wurden 1924 hinter dem heutigen Flugplatz in Lachen-Speyerdorf als Reparationsleistung  - zur Wiedergutmachung von Kriegsschäden – für die französische Besatzung fünf Gebäude erstellt.

 Als die Franzosen bereits 1930 wieder abzogen, suchte man nach einer Nutzung der Häuser und da in umliegenden Orten bereits Diakonissen aus Marburg tätig waren, wurde der damalige Direktor des „Deutschen Gemeinschafts-Diakonie-Verbandes“ Pfarrer Theo Krawielitzki angefragt. Dieser hatte folgende Gedanken: das 14,5 ha große Gelände könnte ein Missionshaus werden, eine Ausbildungsstätte für Missionare!

Die Überlegungen gingen damals so weit, dass man die Missionare bereits auf dem nahegelegenen Flugplatz starten und landen sah.
So wurde nach reiflichem Überlegen am 16.3.1932 der Kaufvertrag abgeschlossen.

Nun galt es das Land urbar zu machen und in den Häusern Ordnung zu schaffen. Neben der eigentlichen Bestimmung ein Missionshaus zu errichten, musste eine Landwirtschaft aufgebaut werden, denn ca. 50 Morgen Ackerland stand zur Verfügung.

Landwirte aus der Umgebung kamen mit ihren Pferden und viele Freunde aus der Umgebung halfen tatkräftig mit – Sie merken: schon damals konnte man in Lachen das machen, was man heute „Aktivurlaub“ nennt.

Die damaligen Verhältnisse boten eine echte Missionssituation, deshalb nannte man das Gelände auch „Klein-Brasilien“. Alles war geeignet, um junge Menschen für das Missionsfeld auszubilden. Es erforderte ganzen Einsatz an Kraft und viel Einfallsreichtum: hier z.B. die erste Garderobe.

Sr. Marie Fuchser, die erste Hausmutter, war aus dem Diakonissen-Mutterhaus Ländli in der Schweiz für diese Aufgabe nach Lachen gekommen. Sie prägte über 40 Jahre entscheidend unsere Schwesternschaft in selbstloser, mütterlicher Hingabe.

 Sr. Esther Wortmann stand ihr später zur Seite und wurde ihre Nachfolgerin.

Neben den äußeren Aufbauarbeiten verkündeten die Missionskandidaten in den umliegenden Orten in Hauskreisen Gottes Wort.

Außerdem öffneten sie die Häuser für Konferenzen und Freizeiten. Mitten in die zwar mühsame, aber reich gesegnete Aufbauarbeit brach plötzlich der Krieg aus. Im „Konferenzhaus“, einst schon einmal Kaserne, wurden Soldaten einquartiert. Haardtblick wurde zur Krankenstation; Brüder mußten an die Front, Schwestern wurden in Lazaretten eingesetzt.

Am 3. Oktober 1944 war der Großangriff. 45 Sprengbomben gingen auf das Gelände nieder, das Grundstück wurde verwüstet. Aber – Gott sei Dank! – niemand war ums Leben gekommen. Zurück blieben Ruinen.

Nach dem Krieg machten sich die Schwestern unterstützt durch Freunde aus der Umgebung an die Arbeit des Wiederaufbaus.

Ermutigend war der geistliche Aufbruch nach den Kriegsjahren, der wachsende Besuch der Freizeiten, Bibelkurse und Konferenzen - hier die damalige „Spülmaschine“ mit denen, die sie „bedienten“.

Und viele junge Frauen ließen sich von Gott in die Schwesternschaft rufen.

Da die Türen zum Missionsfeld nach dem 2. Weltkrieg zunächst verschlossen waren, kamen unsere Schwestern vorwiegend im Inland zum Einsatz: in Krankenhäusern, Altenheimen, Kindergärten, Gemeinschaften und Jugendarbeiten. So wurde aus dem Missionshaus inzwischen ein Diakonissen-Mutterhaus. Nur Sr. Hulda, eine Schweizerin, konnte nach dem Krieg nach China ausreisen. Zwei weitere Schwestern reisten später nach Brasilien und Taiwan aus.

Die Aufgabenbereiche haben sich im Laufe der Jahrzehnte verändert.
Auch auf unserem Gelände konnten wir über viele Jahre alten Menschen ein Stück Heimat geben.

Junge Menschen hatten in der Zeit von 1947 bis 1972 die Möglichkeit in der Haushaltungsschule Haardtblick eine gute hauswirtschaftliche Ausbildung zu absolvieren.
Viele von ihnen haben außerdem Jesus Christus als Fundament für ihr Leben kennen gelernt, einige ließen sich auch in die Schwesternschaft rufen. In Ferienzeiten dienten die Räume Frauen- oder Familienfreizeiten.

Seit 1972 dient dieses Haus ausschließlich der Gästearbeit - seit 2004 erweitert als Gästehaus Oase.
Hier werden Freizeiten angeboten, in denen Menschen Erholung finden, geistlich auftanken und in besonderer Weise zur Ruhe kommen können.

Darüber hinaus steht auch das frühere „Konferenzhaus“, das heute den Namen „Begegnungszentrum Quelle“ trägt, nicht mehr nur punktuell für einige Veranstaltungen, sondern seit vielen Jahren ganzjährig für Gästegruppen zur Verfügung.

Unsere Angebote sind vielfältig: Gerne kommen Menschen zu den Kreativ-Tagen, in denen man mit unterschiedlichem Material gestalterisch tätig sein kann.

Solche, die frische Luft und körperliche Bewegung lieben, sind eingeladen zu Wander- und Radwochen.
Der Pfälzer Wald bietet viele schöne Ausflugsziele und Wandermöglichkeiten an.

Senioren haben Lachen als „Seniorenparadies“ entdeckt.

Kinder genießen unser großes Gelände Eltern freuen sich, wenn sie „Zeit für sich“ finden, weil sie wissen, dass ihre Kinder in guten Händen sind.

Für alle Generationen ist unser Schwimmbad natürlich auch ein begehrtes Angebot.
Und einige lernten hier schwimmen!

Bibeltage, Seminare, die Lachener Kurzbibelschule u.a. - dienen dazu, Christen „bibelfest“ zu machen.
Diese Angebote sollen dazu beitragen, dass Christen für sich persönlich Lebenshilfe finden, aber auch fähig werden, anderen biblisches Wissen zu vermitteln.

Inzwischen ist das Gästehaus Oase sehr beliebt für Zeiten der Stille. Dazu bieten wir besondere Schweigetage an.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, für sich alleine einen oder mehrere Tage in der Stille bei uns zu verbringen.

Besonders quirlig und quicklebendig geht es dagegen im Begegnungszentrum Quelle zu.

Das Haus mit mehreren Gruppenräumen, großem Außengelände, Fußball- und Volleyballplatz ist vor allem für Kinder- und Jugendgruppen, Konfirmandenfreizeiten, Gemeindewochenenden, Chöre und Musikgruppen verschiedenster Art sehr beliebt.

Außerdem finden hier im großen Gottesdienst-Saal die sonntäglichen Gottesdienste mit Kindergottesdienst 

sowie größere Tagungen und Tagesveranstaltungen statt, wie z.B. die traditionelle Ostertagung, Frauenfrühstücke, Frauentag, Pfingst-Jugendtreffen, Jungschartag oder das Missionsfest.